Kirche Gruental

Die Grüntaler Johanneskirche

Urkundlich erwähnt wurde die Kirche, die Johannes dem Täufer geweiht ist, unmittelbar nach der Reformation. Die an einer Chorwand unter einer dicken Verputzschicht aufgefundenen Wandmalereien werden jedoch auf das Jahr 1450 datiert. So scheint es nicht ausgeschlossen, dass der einstige Kapellenbau in das 14. Jahrhundert fällt.

Untermusbach gehörte mit Grüntal, Frutenhof, Hallwangen, Aach und Wittlensweiler ins Waldgeding, mit Dornstetten als Verwaltungszentrum. Die zuständige Kirche war die Martinskirche in Dornstetten. In Grüntal, Hallwangen und Wittlensweiler bestanden Kaplaneien mit der Möglichkeit von Gottesdiensten vor Ort in den Landgemeinden. Zweimal im Jahr erschien hierzu der Pfarrer von Dornstetten in der Kaplanei. Alle wichtigen kirchlichen Verrichtungen wie Abendmahl, Tauf-, Ehe- und Sterbesakramente, erfolgten in der Dornstetter Martinskirche.
Durch die Reformation 1534 wurden die Kaplaneien im Kirchspiel Dornstetten aufgehoben und die zehn katholischen Pfarrer durch einen evangelischen Pfarrer und zwei Diakone ersetzt. Der Subdiakon predigte abwechslungsweise in Hallwangen, Grüntal mit Untermusbach und Wittlensweiler. Durch schlechtes Wetter konnte er oft die Gottesdienste nicht abhalten. Dieser Missstand veranlasste die Gemeinden und Untermusbach 1559 und 1560 die Bitte an den Herzog Christoph zu richten, den Subdiakon Paul Weger nach Grüntal, wegen der zentralen Lage, zu beordern und ihm dort ein Pfarrhaus zu bauen. Dekan Abel in Herrenberg bejahte in seiner Stellungnahme am 29. Januar 1560 die Notwendigkeit einer neuen Pfarrei in Grüntal. Durch Tod von Vogt Felix Pfaff ging das erwähnte Dekret verloren, wodurch 1575 und 1580 neue Eingaben notwendig wurden. Als im Winter 1581/82 zwei Filialkinder auf dem Weg zur Kirche nach Dornstetten erfroren, steckte Vogt Albrecht Schleck mir den Bauhandwerkern 1582 das 60 auf 44 Schuh große Pfarrhaus auf der Dorfallmende aus. Ein Jahr später, am 17. Oktober 1583, erhielt der bisherige erste Diakon M. Abraham Schauber, seine Ernennung als Pfarrer von Grüntal.
Kurze Zeit nach der Bildung der Pfarrei Grüntal erwies sich die gotische Kapelle für den gemeinsamen Kirchenbesuch, zirka 600 Menschen, als zu klein. Es wurde ein erster Bauüberschlag für eine Kirchenerweiterung erstellt. Die Kosten von 480 Gulden waren für die Kirchengemeinde jedoch zu hoch. Darauf hin wurde der angeblich zu hohe Bauüberschlag zur Prüfung und Neufassung an den herzoglichen Baumeister Georg Beer übergeben. Dieser fertigte zwischen de, 27. und 30. Oktober 1591 drei Baupläne (Grundriss, Aufriss und Gesamtansicht) und reduzierte die Kosten auf 468 Gulden. Eine Woche später ließ Herzog Ludwig die Bauakten an den Dornstetter Vogt übersenden, mit dem Befehl, sogleich mir der Anfuhr der Baumaterialien zu beginnen, auf allen Überfluss zu verzichten und besonders eine gute „Inspektion“ bei der Bauausführung zu halten.


Letzte Änderung am 13.03.24