Untermusbach - ein Waldgeding-Ort
Wappen von MusbachUntermusbach

Die Geschichte von Untermusbach

Untermusbach, eine Teilgemeinde von Musbach
Untermusbach liegt im Stockerbachtal auf einer Höhe von etwa 600 m. Große landwirtschaftliche Flächen auf einer Hochebene laden zum Spazierengehen ein. In den Sommermonaten bietet sich ein großes Waldgebiet mit gut ausgebauten Waldwegen für Spaziergänge in gesunder Luft an.
Der fischreiche Stockerbach ist einer der beiden Quellbäche der Glatt, die in den Neckar fließt.
In früherer Zeit haben gab es in Untermusbach einige Bauernhöfe, der überwiegende Teil der Bewohner hat jedoch als Taglöhner, Handwerker und Waldarbeiter seinen Lebensunterhalt bestritten.
Untermusbach ist eine sogenannte Waldgedinggemeinde und besteht seit mindestens dem 7. Jahrhundert. Die Schenkung eines Bauernhofes aus der Gemarkung Dornstetten im Jahr 767 an das Kloster Lorsch belegt, dass die Landschaft um diese Zeit bereit besiedelt und kultiviert war. Der ausdrückliche Hinweis in der Schenkungsurkunde, dass der Hof in der Markung liegt zeigt das im Verwaltungsbereich Dornstetten bereits weitere Siedlungen existierten.
Unter dem damaligen Verwaltungsbezirk Dornstetten wird allgemein ein Bezirk unter dem Namen Weitreiche verstanden. Diese Weitreiche reicht in der Länge vom See in Bittelbronn bis zum Wegkreuz bei der Zuflucht und in der Breite von der Igelberger Kirchmauer bis hinter Loßburg. In späterer Zeit haben sich bald Bezirke wie Schopfloch, Loßburg und Baiersbronn abgespalten, so das als Rest Dornstetten mit dem Waldgeding weiterbestand.
Das Waldgeding mit dem Zentrum Dornstetten war in früherer Zeit eine Waldgenossenschaft mit besonderen Rechten und einer eigenen Gerichtsbarkeit. Zu den Waldgedingorten gehörten außerdem noch Frutenhof, Grüntal, Aach, Wittlensweiler, Dietersweiler und Hallwangen. Dornstetten war als Verwaltungzentrum nicht direkt Mitglied im Waldgeding.
Vermutlich war Untermusbach vor der Gründung des Klosters Reichenbach eine gemeinsame Gemeinde mit Obermusbach unter dem Namen Muosbach. Die heute existierende älteste Urkunde in der Musbach genannte ist, stammt aus dem Jahr 1274 und beinhaltet einen Grundstücktausch. Da nur der Ortname Musbach geschrieben steht, kann hier nicht auf Unter- oder Obermusbach geschlossen werden.
Musbach, genauer gesagt Untermusbach, ging 1320 als „Pfand“ an Württemberg.  Der Ortsteil Obermusbach kam angeblich von den Pfalzgrafen von Tübingen vor 1291 zum Benediktinerkloster Reichenbach und ging so erst 1595 mit dem Kloster zusammen an Württemberg. Andere Quellen sprechen davon, dass Obermusbach um 1075 an das Kloster Reichenbach verschenkt wurde.
Im Jahr 1938 wurde die Gemeinde Obermusbach in die Gemeinde Untermusbach integriert und als gemeinsamer Ortsname wurde der Name Untermusbach geführt.
Mit der Eingemeindung von Untermusbach in die Stadt Freudenstadt 1972 wurde der Teilortenamen geändert in Musbach. Dies entsprach dann wieder dem uralten gemeinsamen Ortsnamen vor 1075.
 
 
 
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