Wappen von MusbachUntermusbach

Haus-Nr. 52

Bei der Erforschung der Hausgeschichten wird das Primärkataster und die erste Ortskarte von 1836 zu Grunde gelegt. Von dieser Basis aus wird die Geschichte des Hauses und ihrer Bewohner weiter verfolgt.
Im Primärkataster 1836 findet sich noch kein Eintrag.
Im Gebäude-Kataster von 1836 wird das Haus beschrieben als 1867 erbautes 1-stöckiges Wohnhaus mit Souterrain, 2 Stallungen, 1 Holzremise, steinernen Sockel, Fachwerkwände und Giebel unter einem Ziegeldach. Als Brandversicherungswert ist ohne Fundament 1000 Gulden angegeben, wobei sich der Wert in den folgenden Jahren unter den nachfolgenden Besitzern bis auf 1720 Gulden steigert.. Unter den Real-Lasten ist keine Holzgerechtigkeit eingetragen.

Der Besitzer im Jahr 1867 war zur Hälfte Johann Georg Pfeifle und zur anderen Hälfte Friedrich Pfeifle.

Als nachfolgender Besitzer ist 1870 zur Hälfte Johann Adam Nußkern, 1878 zur Hälfte der Taglöhner Friedrich Müller und 1884 zur Hälfte Johann Georg Müller, Zimmermann und dann der Küfer Martin Müller.

Nr 54Der Sohn von Johann Adam Nußkern, UM14cb ebenfalls mit Namen Johann Adam Nußkern geht 1900 zur Bekämpfung des Boxeraufstandes als Musketier nach China und stirbt dort, nach einem Artikel im "Grenzer" am 28.10.1900 an Typhus. 

Die Hälfte von Nußkern übernimmt 1898 der Nagelschmied David Wurster, danach 1904 der Schneider Jakob Stoll und 1913 Elisabetha Mast. 

Im Feuerversicherungsbuch von 1887 ist für 1887 Georg Müller, Zimmermann, als Eigentümer eingetragen.
Ihm folgt 1895 Martin Müller, Küfers Witwe und 1898 Jakob Mast Maurer.
Hierbei gehört die Hälfte an dem Haus 1887 Adam Nußkern, Weber, 1898 David Wurster, Nagelschmied, 1904 Jakob Stoll, Schneider, 1913 Elisabetha Mast und 1914 Jakob Mast, Maurer.

Nach dem Feuerversicherungsbuch übernimmt der Maurer Jakob Mast 1898 den Teil von Martin Müller und 1914 den zweiten Teil von Elisabetha Mast.

Laut Tauschvertrag vom 24. Mai 1894 tauscht die Witwe Ernestine Müller ihr auf dem Sauwasen stehendes Wohnhaus No. -fehlt- mit Georg Müller, Zimmermann sein Wohnhaus No. 52. Georg Müller zahlt der Ernestine Müller 1350 Mark Kaufgeld. UMKB1844)

Laut Kaufvertrag vom 22. Februar 1897 verkauft Jakob Kalmbach, Bauer die Hälfte an einem zweistockigen Wohnhaus No. 52  oben im Dorf und Parzelle 56/3 auf dem Anwesen neben Ernestine Müller Witwe an David Wurster, Nagler von Freudenstadt um 870 Mark. UMKB1844)

Laut Kaufvertrag vom 10. Mai 1897 verkauft Martin Müller, Küfers Witwe und deren volljährigen Kinder Gottlieb und Michael an deren Tochter Ernestine Müller, ledig volljährig ihr an der Straße oben im Dorf gelegenes mit No. 52 bezeichnetes Wohnhaus, Güterbuch III Band Blatt 222, zweistockiges Wohnhaus mit Abtritt auf dem Sauwasen neben dem Weg und sich selbst um 1500 Mark und das Leibgeding. UMKB1844)

Die Brüder Johann Georg Pfeifle und Johann Friedrich Pfeifle von Haus Nr. 10 bauen das Haus Nr. 52 im Jahr 1867.

Johannes Georg Pfeifle, FRUM83, *27.1.1834  heiratet am 23.10.1865 Friedoline Nußbaum in Rheinfelden, *17.7.1840 in Wolfinsweiler Parachin Lauhenburg Kanton Aargau +27.1.1877. Sie bringt den Sohn Johann Fridolin Nußbaum *16.2.1863 mit in die Ehe. Es folgen noch 8 gemeinsame Kinder, von denen 3 früh sterben. Die weiteren sind: Joseph Pfeifle *2.6.1866, er ist im Oktober in den badischen Staatsverband aufgenommen worden, Agatha Peifle *17.1.1867, Johann Adolf Pfeifle *27.11.1869 in Mönchweiler, Herrmann Pfeifle *12.7.1872 und Martha Pfeifle *27.3.1897 in Fahrnau.
Johann Georg Pfeifle verkauft seinen halben Hausanteil laut Kaufbuch 1851 am 24.8.1870 an Johann Adam Nußkern, ledig  vom Haus Nr. 3.
Joh. Friedrich Pfeifle, FRUM79, *16.4.1830 +30.7.1881 heiratet am 25.6.1869 Agatha Zifle *25.7.1825 in Baiersbronn-Tonbach +30.8.1899 im Bezirkskrankenhaus Freudenstadt. Sie haben 2 Kinder: Rosina Elisabetha Pfeifle, FRUM148, *15.8.1857 hat zwei uneheliche Kinder und heiratet Wilhelm Schuler, Ziegler in Freudenstadt, Elisabetha Pfeifle *30.6.1863.
Die unehelichen Kinder von Rosina Elisabetha Pfeifle, FRUM148, sind: Christine Pfeifle *27.8.1878 +26.2.1960 in Weisenbach und Johann Adam Pfeifle *13.12.1881 +20.4.1889 (Bleistifteintrag Vater? Wilhelm Schuler Freudenstadt).
Johann Friedrich Pfeifle verkauft seinen Hausanteil vermutlich um 1878 an Friedrich Müller, Taglöhner.

Johann Adam Nußkern, FRUM77, *8.3.1832 +6.11.1893 heiratet am 8.6.1871 Barbara Herz von Wittlensweiler, *1.4.1845 +25.4.1896. Sie haben 2 Kinder: Johannes Nußkern *11.4.1872 +28.8.1947 in Eutingen/Baden, heiratet in Röth am 9.8.1904 Friederika Frey und Johann Adam Nußkern *11.3.1879 +28.10.1900 in Tientsine/China, siehe auch "Alte Geschichten".
Die Witwe Barbara Nußkern verkauft laut Kaufbuch 1890 am 2.4.1894 ihre Äcker, Wiesen und das Haus im Rahmen einer Zwangvollstreckung. Der Hausverkauf wird jedoch rückgängig gemacht. Am 1.5.1896 verkauft sie dann ihr halbes Haus an Jakob Kalmbach.

Jakob Kalmbach verkauft dann am 22.2.1897 den Hausanteil weiter an David Wurster, Taglöhner und Nagelschmied.

David Wurster verkauft seinen Hausanteil dann entsprechend Feuerversicherungsbuch 1887 um 1904 an Jakob Stoll.

Friedrich Jakob Stoll, Schneider, FRUM231, *26.8.1870 in Hallwangen +7.2.1939 heiratet am 31.10.1890 Amelie Holl *24.11.1871 in Rothenfels Amt Rastatt +8.11.1935. Seine Eltern sind Christian Stoll, Hafner in Grüntal und Christina Proß. Ihre Eltern sind Alois Holl, Taglöhner in Rothenfels und Cäzilie Ridinger. Sie haben 6 Kinder, von denen 2 früh sterben. Die weiteren sind: Friedrich Stoll *1.1.1898 in Freudenstadt +20.5.1972 hat einen unehelichen Sohn Walter und heiratet am 29.11.1929 Karoline Hornberger von hier, Anna Stoll *27.11.1899 +26.12.1955 in Stuttgart heiratet am 26.9.1941 in Stuttgart Hermann Emil Jäger, Franz Stoll *8.12.1902 heiratet am 26.2.1927 in Schwenningen Anna Schlenker, Pauline Stoll *9.1.1906. Der uneheliche Sohn von Friedrich ist Walter Stoll *28.1.1925, er heiratet am 11.2.1956 in Stuttgart-Vaihingen Hermine Schick.
Friedrich Jakob Stoll wohnte von 1904 bis 1913 im Hause 52, danach im Haus 6.
Er verkauft das Haus an 1913 an Elisabetha Mast.

Elisabetha Mast verkauft den Hausanteil 1914 an Jakob Mast, der zu diesem Zeitpunkt bereits den anderen Hausteil besitzt und somit Besitzer vom gesamten Haus wird.

Die zweite Haushäfte von Johann Friedrich Pfeifle wird 1878 von Friedrich Müller gekauft.

Ab 1884 ist Johann Georg Müller, vermutlich der Sohn von Friedrich, als Besitzer eingetragen.

Laut Kaufbuch von 1890 tauscht Ernestina Müller, UM95c, die Witwe von Marten Müller, am 2.6.1894 das Haus mit Johann Georg Müller vom Haus Nr. 40. Sie erhält im Tausch für das Haus Nr. 40 das halbe Haus Nr. 52 auf dem Sauwasen.
Nach gleichem Kaufbuch verkauft Ernestine Müller geb. Schöttle, die Witwe von Marten Müller ihre Haushälfte an die Tochter Ernestine Müller, ledig. Während der Verkaufsabwicklung verstirbt die Witwe am 20.5.1897.

Im Feuerversicherungsbuch 1887 wird für 1898, also ein Jahr später, Jakob Mast, Maurer als Besitzer aufgeführt. Er ist dann ab 1914 der Besitzer des gesamten Hauses.


 
  UMKB1844) Archiv Musbach, Kaufverträge 1844-1900, Feuerversicherungsbuuch 1887, FRUMxx Familienregister Untermusbach Band 1. Erstellt von Hans Rehberg
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