Wappen von MusbachUntermusbach

Haus-Nr. 39

Bei der Erforschung der Hausgeschichten wird das Primärkataster und die erste Ortskarte von 1836 zu Grunde gelegt. Von dieser Basis aus wird die Geschichte des Hauses und ihrer Bewohner weiter verfolgt.
Nach dem Primärkataster von 1836 ist Jacob Schneider, Beruf Schneider der Besitzer des Hauses Nr. 39.
 
Nr 39Im Gebäude-Kataster von 1836 wird das Haus beschrieben als 2-stöckiges Wohnhaus mit Scheuer, Stallung und Keller unter einem Ziegeldach (1/2 des Daches ist noch mit Schindeln bedeckt). Als Brandversicherungswert ist ohne Fundament 500 Gulden angegeben, wobei sich der Wert in den folgenden Jahren unter den nachfolgenden Besitzern bis auf 1500 Gulden steigert. Unter den Real-Lasten ist keine Holzgerechtigkeit eingetragen.

Der Besitzer im Jahr 1824 war der Taglöhner Martin Knäusler.

Auf Kaufbuch 1715 Seite 164b steht beschrieben, dass Johann Martin Kneusler seine Hälfte an dem Haus, das er gemeinsam mit seinen Stiefvater Johann Georg Heintel besitzt, am 25.1.1803 an Jacob Knapp verkauft und länger darin wohnen kann, wenn seine Baumaßnahme nicht rechtzeitig fertig wird. Johann Georg Heintel teilt mit, das er seinen Hausteil der Tochter Anna Maria versprochen hat.

Nach Kaufbuch 1831 verkauft Jacob Knapp sein halbes Haus am 27.5.1832 an Aloys Landthaler, Schreiner.
Aloys Landthaler verkauft dann am 30.11.1835 die Haushälfte an Johannes Seeger.

Das Ehepaar Johann Martin Knäusler verkauft nach Kaufbuch 1831 Seite 17 das Haus, wie es bereits der Vater besessen hat, am 6.2.1834 an ihre Tochter Anna Maria und ihrem Verlobten den Schneider Jacob Schneider von Wittendorf um 850 Gulden. UMKB1831S17)  

Als nachfolgende Besitzer sind 1847 der Schneider Michael Wurster und seine Ehefrau Margarethe geb. Hirnlacher? (Hornbacher?), ab 1854 der Schneider Friedrich Wurster, ab 1857 der Taglöhner Gottlieb Schöttle, 1862 der Weber Adam Finkbeiner, 1864 der Küfer Johannes Kübler und ab 1867 der Weber Andreas Finkbeiner.
 
Im Feuerversicherungsbuch von 1887 ist für 1887 Andreas Finkbeiner, Weber, als Eigentümer eingetragen. Ihm folgt Christian Finkbeiner, Gipser.

Im den Gebäude-Katastern von 1873 und 1902 ist Andreas Finkbeiner als Besitzer eingetragen.

Laut Verkaufsprotokoll vom 24. September 1857 wird die Verlassenschaft des Friedrich Wurster, Schneider bestehend aus Güter und Haus versteigert. Das Haus mit Garten übernimmt für 465 Gulden Gottlieb Schöttle, ledig. Das Wohnrecht des Michael Wurster bleibt bestehen.UMKB1844) 

Laut Tauschvertrag vom 28. November 1862 tauscht Johann Adam Finkbeiner, Weber sein Haus mit Gottlieb Schöttle. Finkbeiner zahlt dem Schöttle zusätzlich 415 Gulden.UMKB1844)
  
Laut Kaufvertrag vom 27. Februar 1864 verkaufen Adam Finkbeiner und seine Ehefrau  ihr Haus und Liegenschaft an ihre Tochter Barbara und als Mitkäufer an Johannes Kübler um 1200 Gulden. Der Bräutigam bringt als Heiratsgut 400 Gulden ein.UMKB1844)

Laut Kaufvertrag vom 21. April 1866 verkaufen Johannes Kübler und seine Ehefrau geb. Finkbeiner ihr Haus und Güter an ihrenSchwager Andreas Finkbeiner um 1350 Gulden. Der Kauf bleibt derselbe, wie Johannes Kübler am 27. Febr. 1864 von Adam Finkbeiner erkauft hat.UMKB1844)

Im Gebäude-Kataster von 1824 finden sich einige Eintragungen die die von 1836 ergänzen. In der Spalte Haus-Nr. wurde zur Lagebestimmung als Standortstraße -am Merzenberg- genannt. In der Spalte Real-Lasten wurde ohne Holzgerechtigkeit eingetragen.
 
Johann Georg Heintel, Taglöhner aus dem Haus Nr. 8, UM19b, *6.10.1755 +26.3.1832 heiratet am 19.9.1781 Anna Maria Plöchlin, UM77a, *16.9.1742 +3.12.1806. Sie hat 2 uneheliche Kinder: Martin Kneußler  *25.8.1766 gibt zum Vater Friedrich Kneußler an, heiratet Johanna Dölker von Wittlensweiler, Michael *6.5.1772 +20.12.1805 gibt zum Vater Michael Frey Witwer in Heselbach an der es bekannt hat, heiratet Barbara Kübler UM13.
Sie haben 3 gemeinsame Kinder, von denen eins früh stirbt. Die anderen sind: Anna Maria Heintel *21.6.1782, siehe unten und Johann Georg Heintel *12.12.1784 heiratet Elisabetha Morlock UM19c und zieht ins Haus Nr. 51.
Sein Stiefenkel Johann Adam Finkbeiner wird das Haus später übernehmen.

 Martin Kneusler, UM95b, Taglöhner, *25.8.1766 +9.2.1832 heiratet am 13.4.1793 Johanna Dölker, UM20b, *8.4.1768 in Wittlensweiler +27.9.1843. Sie haben 7 Kinder, von denen 2 früh sterben. Die weiteren sind: Rosina Kneusler *13.1.1794 +14.3.1832 heiratet in Wittendorf Christian Zürn, Christina Kneusler *6.1.1796 heiratet in Neeuneck Georg Friedrich Bäsler, Johannes Kneusler *25.7.1800 heiratet am 20.11.1827 Katharina Finkbeiner, Barbara Kneusler *9.2.1804 heiratet 1832 in Wittendorf, Anna Maria Kneusler *12.12.1809, siehe unten, erbt das Haus.
Johannes Kneusler, Webr, FRUM53 + UM10d, *25.7.1800 +1.11.1829 heiratet am 20.11.1827 Katharina Finkbeiner, *26.9.1803 in Tumlingen. Sie heiratet in 2. Ehe Nusskern, UM14c. Sie haben einen Sohn Johannes Kneusler *12.12.1829, der nach Amerika auswandert.
Martin Kneusler verkauft 1803 seine Hälfte am Haus an Jacob Knapp.

Jacob Knapp, Zimmermann, UM28a, *19.7.1766 in Baiersbronn +in Nordamerika heiratet am 19.9.1792 in Berneck Anna Maria Brennle, UM3a, *3.3.1763 +4.3.1830.  Seine Eltern sind Christian Knapp und Anna Maria Haug in Frutenhof OSB Fru29d. Sie haben 6 Kinder, von denen 4 früh sterben. Die anderen sind: Christina Knapp *24.3.1793 heiratet Christian Ebewrhardt in Baiersbronn OSB Bbr II S. 146a und Magdalena Knapp *8.5.1804 hat eine uneheliche Tochter Agatha Knapp *23.6.1831 und wandert mit den Vater 1832 nach Nordamerika aus.
Nach Kaufbuch 1831 verkauft Jacob Knapp sein halbes Haus am 27.5.1832 an Aloys Landthaler, Schreiner.

Alos Landthaler Schreiner, kath., verkauft vor 24.3.1833 ein halbes Haus an Johann Georg Wurster? oder am 31.1.1833 an Jacob Landenber?
Aloys Landthaler verkauft dann am 30.11.1835 die Haus an Johannes Seeger.


Jacob Schneider, Schneider und Waldschütz in Obermusbach, UM61c, *17.2.1811 in Wittendorf +21.4.1884 heiratet am 29.4.1834 Anna Maria Kneusler *12.12.1809 +11.3.1853. Sie haben 8 Kinder, von denen 4 früh sterben. Die anderen sind: Christina Kneusler *29.1.1835 heiratet 1865 Bernhard Döttling, Anna Maria Kneusler *29.1.1842 heiratet 1857 Joh. Fr. Nußkern, Barbara Kneusler *18.12.1849 heiratet 1875 Joh. Keck, Jacob (Georg) Kneusler UM61b *12.9.1851 heiratet am 15.6.1876 Johanna Karoline Habisrittinger.
Nach Kaufbuch 1831 verkauft am 31.10.1846 sein Haus an Michael Wurster und die Ehefrau geb. Hornberger (Hornbacher?).

Georg Schneider, Bierbrauer, FRUM149, *12.9.1851 +18.8.1910 heiratet am 15.6.1876 Johanna Karoline Habisrittinger *24.9.1853 in Freudenstadt. Die Witwe ist im November 1910 nach Freudenstadt gezogen und wurde nach dort übergeben. Ihre Eltern sind Wilhelm Friedrich Habisreitinger, Mezger in Freudenstadt und Sophie Louise Bernhardt. Sie haben 9 Kinder, von denen 7 früh sterben. Die anderen sind: Louise Friederike Schneider *28.10.1879 +7.6.1910, Maria Schneider *12.2.1883 heiratet am 31.5.1919 in Wimsheim Heinrich Schmid, Kettenmacher in Wimsheim.
 
 Michael Wurster, Schneider, UM39d + UM98a, *18.11.1792 +18.9.1860 heiratet in 1. Ehe am 4.6.1822 Magdalena Mast *13.2.1792 in Herzogsweiler +7.2.1832. Sie haben 5 Kinder, von denen eins früh stirbt. Die anderen sind: Friedrich Wurster *3.12.1822 heiratet 1854, UM90c, Johann Martin Wurster *25.4.1825 heiratet 1849, OSB Fru47c, Barbara Wurster, FRUM130, *14.11.1827, Zwilling, hat einen unehelichen Sohn Johann Martin Wurster *24.3.1854 +18.9.1864, Anna Maria Wurster *15.11.1827, Zwilling, hat einen unehelichen Sohn Johann Martin  Wurster heiratet *28.4.1849 und heiratet 1850 Müller.
Michael heiratet in 2. Ehe am 15.8.1832 Regina Margaretha Hornbacher *21.4.1798 in Herzogsweiler +20.11.1847. Sie haben 2 Kinder, von denen eins früg stirbt. Das andere Magdalene Wurster *7.9.1833 heiratet 1856 Bernhard Neff in Dietersweiler.

Friedrich Wurster, Schneider, UM90c, *3.12.1822 +24.7.1857 heiratet am 13.8.1854 Barbara Winter, UM90b, *18.7.1826 +12.3.1889. Sie heiratet in 2. Ehe Johann Friedrich Wurster, Schuhmacher, FR40ac. Sie haben 1 Kind das früh stirbt.
Das Haus wird 1857 an Gottlieb Schöttle verkauft.

 Gottlieb Schöttle, Taglöhner, UM58b, von 1857 bis 1862 ersteigert das Haus. Er tauscht das Haus Nr. 39 mit Johann Adam Finkbeiner von Haus  Nr. 41 und lebt dann im Haus Nr. 41. Dieses Haus gehörte einmal seinem Großstiefvater Johann Georg Heintel.

 Johann Adam Finkbeiner, Weber, FRUM15 + UM106c, *23.11.1810 in Baiersbronn +11.8.1882 heiratet am 23.1.1837 (laut OSB 23.5.1837) Eva Katharina Rauser (im FR Rauserin, im OSB Raunser) *31.3.1806 in Hallwangen. Seine Mutter Elisabetha Morlock von Baiersbronn. Ihre Mutter ist Agatha Rauserin. Sie haben 3 Kinder. Christina Finkbeiner *7.7.1835 heiratet 1856 Adam Kühnle in Herzogsweiler, Barbara Finkbeiner *5.8.1838 heiratet am 29.3.1864 Johannes Kübler, Küfer in Untermusbach und wandert aus, Andreas Finkbeiner *22.5.1840 heiratet am 14.5.1867 Anna Maria Frey.
Johann Adam tauscht 1862 sein Haus Nr. 41 mit Gottlieb Schöttle sein Haus Nr. 39. Die Familie Finkbeiner lebt ab diesem Zeitpunkt hier im Haus Nr. 39 und wird auch hier weitergeführt.
Johann Adam Finkbeiner verkauft 1864 sein Haus an die Tochter Barbara und den Bräutigam Johannes Kübler.

Johannes Kübler, Küfer, heiratet am 29.3.1864 Barbara Finkbeiner *5.8.1838. Er wandert aus und verkauft das Haus 1866 weiter an seinen Schwager Andreas Finkbeiner.

Andreas Finkbeiner, Weber, FRUM16 + UM54e, *22.5.1840 +22.9.1910 heiratet am 7.5.1867 Anna Maria Frey, UM93c, *21.4.1846 +1.1.1917. Anna hat eine uneheliche Tochter Barbara Frey *12.11.1866 +18.3.1934. Gemeinsam haben sie 13 Kinder, von denen 6 früh sterben. Die weiteren sind: Johann Adam Finkbeiner *5.8.1870 +14.7.1912, Elisabetha Katharina Finkbeiner *31.12.1875 heiratet am 3.3.1908 Jakob Götz, Fabrikarbeiter, Eva Katharina Finkbeiner *24.10.1878 heiratet am 20.4.1908 in Basel Friedrich Höhn, Bäcker, Christina Finkbeiner *24.10.1878 heiratet am 12.9.1904 Johannes Jauch, Schneider, Christian Finkbeiner *5.11.1881 +4.11.1939 heiratet am 13.5.1919 Magdalena Fleig von Wittlensweiler, Johannes Finkbeiner *5.11.1883 heiratet in Basel am 22.12.1908 Ida Meier, Rosine Finkbeiner *21.2.1886 +24.5.1958 heiratet am 13.11.1913 in Wittlensweiler Georg Friedrich Flaig,Zimmermann.
Postkarte an Katharina Finkbeiner  Postkarte Katharina Finkbeiner 1903
Im Jahre 1903 vermutlich Christina Finkbeiner diese Postkarte an ihre Schwester Katharina Finkbeiner in Basel.


 
UMKB1831S17) Archiv Musbach, Kaufbuch 1831, UMKB1844) Archiv Musbach, Kaufverträge 1844-1900, FRUMxx Familienregister Untermusbach Band 1.
Erstellt von Hans Rehberg
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