Wappen von MusbachUntermusbach

Haus-Nr. 22

Bei der Erforschung der Hausgeschichten wird das Primärkataster und die erste Ortskarte von 1836 zu Grunde gelegt. Von dieser Basis aus wird die Geschichte des Hauses und ihrer Bewohner weiter verfolgt.
Nach dem Primärkataster von 1836 sind je zur Hälfte Johann Adam Frey, Taglöhner und Johann Wurster, Weber die Besitzer des Hauses Nr. 22. Die Weberwerkstatt gehört den J. Wurster allein. Der Hof gehört gemeinschaftlich auch zum Haus Nr. 23.
 
Im Gebäude-Kataster von 1836 wird das Haus beschrieben als 2-stöckiges Wohnhaus mit Scheuer, Stallung und Keller, auch Backofen im 2. Stock (dieser gehört dem Müller allein), unter einem Ziegeldach. Als Brandversicherungswert ist ohne Fundament 800 Gulden angegeben, wobei sich der Wert in den folgenden Jahren unter den nachfolgenden Besitzern bis auf 2850 Gulden steigert.. Unter den Real-Lasten ist eine Holzgerechtigkeit eingetragen. Der Besitzer im Jahr 1824 der Bäcker Johann Georg Lörcher und 1826 war zur Hälfte der Taglöhner Jung Martin Müller und zur anderen Hälfte der Weber Martin Wurster.
Laut Kaufbuch von 1831 verkaufen Johann Georg Wurster und Alwis Landthaler, Schreiner ihr gemeinsames halbes Haus am Merzenberg, zwischen dem Seggäßle und dem Viehtrieb an Jacob Landenbein und seine Ehefrau Maria von Neuniefen. UMKB1831S6) Dieser Kauf scheint nicht abgeschlossen zu sein, da Johann Georg Wurster und Alwis Landthaler ihr halbes Haus am 24.3.1833 nochmal, jedoch an Eva Catharina Rauserin von Hallwangen verkaufen. UMKB1831S12)
Die zweite Hälfte des Hauses gehört 1842 Jung Johann Marten Müller, UM35ac und seiner Ehefrau Agatha geb. Haist. Sie verkaufen am 13.1.1842 ihr Haus (Hälfte?) an ihre Tochter Elisabetha Catharina und deren Verlobten Johann Adam Frey, UM8d um 1300 Gulden.  UMKB1831S106b)
Der nachfolgende Besitzer ist deshalb 1842 der Taglöhner Adam Frey durch Kauf der Hälfte von Martin Müller. 
Im Jahr 1849 ist Johannes Mästling als Ehenachfolger für das ganze Haus eingetragen und 1881 folgt Jung Johannes Mästling. Zugehörig ist noch die Nr. 22A, ein Anbau mit Wohnstube und Küche und 22B, ein Anbau 2.stockiges Nebengebäude? mit Stall, Schopf und Saal.
Das Haus wurde 1882 neu beschrieben wie folgt: Ein Wohnhaus mit 2 Stockwerken, Stall, Scheuer und Giebeldach, steinerne Fachwerkwände und Brettergiebel unter Ziegeldach. Der Keller und die Fundamente sind von der Versicherung ausgeschlossen.
Ein Anbau mit Keller, Sutterstock? (Heubarn), 1 Stockwerk und Giebeldach mit Bretterwände und Brettergiebel unter Ziegeldach.
Ein Anbau mit Brauerei, 1 Stockwerk und Giebeldach mit Fachwerkwänden, Brettergiebel unter Ziegeldach.
Ein Anbau, Querflügel mit 2 Stockwerken und Giebeldach, Fachwerkwänden und Fachwerkgiebel unter Ziegeldach. Als Besitzer ist Ochsenwirth Johannes Mästling eingetragen.  
Zugehörig ist noch die Nr. 22A, ein Anbau mit Wohnstube und Küche. Als Besitzer ist der Taglöhner Joh. Müller, 1884 die ledige Christine Müller und 1887 Johannes Mast eingetragen.
Laut Kaufvertrag vom 12. Juli 1856 verkaufen Alt Martin Müller und seine Ehefrau Agatha ihren Hausanbau um 300 Gulden an ihren Sohn Johannes Müller und seine Verlobte Anna Maria Schmid von Reuthe, Oberamt Oberndorf.UMKB1844)
 
Am 18. Oktober 1883 verkaufen Johannes Müller, Taglöhner und seine Ehefrau Anna Maria geb. Schmid an ihre Tochter Christina, ledig ihre sämtliche Liegenschaften wie im Güterbuch II. Teil Blatt 96b beschrieben um 1200 Mark und das Leibgeding. Im Kauf ein einstockiges Wohnhaus No. 22 mitten im Dorf, neben Johannes Mästling und Friedrich Lörcher. UMKB1844)
Im den Gebäude-Katastern von 1873 ist Johannes Mästling für die Nr. 22 und Johannes Müller für die Nr. 22A (auch ein Wohnhaus) eingetragen,  für 1902 gilt das gleiche, wobei die Nr. 22A jedoch nur noch als Holzschopf beschrieben wird.
 
Im Gebäude-Kataster von 1824 finden sich einige Eintragungen die die von 1836 ergänzen. In der Spalte Haus-Nr. wurde zur Lagebestimmung als Standortstraße -mitten im Dorf an der Säggaß- genannt. In der Spalte Real-Lasten wurden die noch Lehensabgaben für das Haus -Gibt dem Kameralamt Dornstetten jährlich 3 Simri Rauch- und Waldhaber, 1 altes und 1 junges Huhn-.
 
 Laut Kaufbrief vom 14. Januar 1790 verkauft Michael Wurster, UM48b, sein halbes Haus an seine Stieftochter Christina Bosch, UM1b, und ihren zukünftigen Ehemann Christian Wössner, UM48c, um 400 Gulden. Es gibt Streitigkeiten über den Kauf die im April 1790 am Oberamtsgericht geklärt werden.UMKB1729) 
 
 Laut Kauf- und Ehevertrag vom 11. Oktober 1879 verkauft Johannes Mästling, Witwer und Gassenwirth seine Liegenschaft an seinenSohn Johannes Mästling und dessen Braut Rosina Schittenhelm, Tochter des verstorbenen Johann Georg Schittenhelm von Hallwangen um 6100 Mark und Leibgeding. Die Braut bringt an Heiratsgut 1200n Mark mit.UMKB1844)
 
Laut Kaufvertrag vom 28. Mai 1894 verkaufen Johannes Matt, Taglöhner und seine Ehefrau Christina geb. Müller an Johs. Mästling, Wirt ihren sämtlichen Gebäudeanteil samt Hofraum vom Wohnhaus VII 22 Geb. No 82/83, ein 1stockiges Wohnhaus mitten im Dorf neben Johs. Mästling und Fried. Lörcher um 350 Mark. UMKB1844) 


 
 UMKB1831S6) UMKB1831S12)  UMKB1831S106b) Archiv Musbach, Kaufbuch 1831, UMKB1729) Archiv Musbach, Kaufbriefe 1729-1790,UMKB1844) Archiv Musbach, Kaufverträge 1844-1900.
Erstellt von Hans Rehberg
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