Untermusbach - ein Waldgeding-Ort
Wappen von MusbachUntermusbach

Haus-Nr. 19

Bei der Erforschung der Hausgeschichten wird das Primärkataster und die erste Ortskarte von 1836 zu Grunde gelegt. Von dieser Basis aus wird die Geschichte des Hauses und ihrer Bewohner weiter verfolgt.
Nach dem Primärkataster von 1836 ist Andreas Kaupp, Schuster der Besitzer des Hauses Nr. 19.
Im Gebäude-Kataster von 1836 wird ein 1/2 Haus beschrieben als 2-stöckiges Wohnhaus mit Scheuerantheil, Stallung und Schopf unter einem Ziegeldach. Als Brandversicherungswert ist ohne Fundament 550 Gulden angegeben, wobei sich der Wert in den folgenden Jahren unter den nachfolgenden Besitzern bis auf 2150 Gulden steigert.. Unter den Real-Lasten ist eine Holzgerechtigkeit eingetragen. Der Besitzer im Jahr 1824 der Taglöhner Johannes Zirn und 1825 der Schumacher Andreas Kaupp. Als nachfolgende Besitzer sind 1853 Matthäus Kaupp und seine Ehefrau Anna Maria geb. Kübler und 1860 der Wagner Friedrich Kübler eingetragen. Es folgt 1877 Jakob Friedrich Blöchle, dann 1877 der Schmid Martin Kilgus und 1878 der Bierbrauer Christian Kilgus aus Freudenstadt. Im Jahr 1879 sind die Eigentümer dann Jakob Eppler, Taglöhner und Andreas Hayer, Wagner. Zugehörig ist noch die Nr. 18A, 1/2 von einer Kellerhütte mit Backofen und Keller unter einem Bretterdach. Im Jahr 1856 wurde unter der Nr. 19A ein 1-stöckiges Wasch- und Backhaus mit eingerichteter Potaschesiederei unter einem Ziegeldach erbaut.
 
Im den Gebäude-Katastern von 1873 und 1902 ist Friedrich Blöchle als Besitzer eingetragen. 1902 ist unter der Hausnummer 19A ein Wohngebäude eingetragen, dass Friedrich Frey gehört.

Laut zwei Kaufverträge vom 9. Februar 1877 verkauft Jakob Friedrich Blöchle an Martin Kilgus sein Wasch- und Backhaus um 1200 Gulden. Dies ist vermutlich die Nr. 19A.
Es werden folgende Bedingungen festgehalten: 2. Die befindliche Waschkessel und der Backofen gehören dem verkäufer. Da aber Adam Klumpp die hälfte von den genanten Bachofen am 8. September 1876 von Jakob Fr. Blöchle erkauft hat und der Backofen gemeinschaftlich ist, so wird von Adam Klumpp bedungen der genante Backofen darf nicht abgebrochen werden, bis Verkäufer wieder einen gebaut hat. 4. Sollte der Käufer einen Stock oder überhaupt ein Wohnhaus aus genanter Hütte machen laßen, so hat Verkäufer keine Einwendungen dagegen zu machen, mit dem Bemerken daß der Durchgang zwischen dem Wohnhaus des Verkäufers und der Hütte nicht darf gehindert werden und muß Käufer auf die gesetzliche Entfernung von dem Wohnhaus hinweg bleiben. 5. Darf die Einfuhr durch den Hofraum des Verkäufers dem Käufer nie untersagt werden, es mag denselben besitzen wen er will. UMKB1844)

Laut Kaufvertrag vom 31. Januar 1878 verkauft Martin Kilgus, Schmid sein Wohnhaus Nro. A.19. mitten im Dorf neben Löwenwirth Jakob Fr. Blöchle und Georg Kilgus, Schmid an Friedrich GFrey, Holzhauer um 2100 Gulden gleich 3600 Mark. UMKB1844)
 
Laut Versteigerungsprotokoll vom 30. Dezember 1878 versteigert Christian Kilgus, Bierbrauer von Freudenstadt seine sämtliche Liegenschaft die er aus der Gantmasse von Jakob Fr. Blöchle erworben hat an den Meistbietenden. Gebäudekataster Blatt 23. Die gesamte Liegenschaft ersteigert Jakob Eppler von Dornstetten unter den gleichen Bedingungen wie die Liegenschaft Bierbrauer Ch. Kilgus v. Freudenstadt in der Gantsache des Jakob Fr. Blöchle, Löwenwirth am 11. Dezember 1878 erhalten hat, um die Summe von 5900 Mark.UMKB1844) 

Laut Kaufvertrag vom 5. Februar 1881 verkaufen Jakob Eppler, Ziegler in Dornstetten und zur Zeit wohnhaft in UNtermusbach und seine Ehefrau geb Scheible ihre sämtliche Liegenschaft an Andreas Hayer, Wagner und ledig in Wittlensweiler um 3500 Mark. UMKB1844)


Im Gebäude-Kataster von 1824 finden sich einige Eintragungen die die von 1836 ergänzen. In der Spalte Haus-Nr. wurde zur Lagebestimmung als Standortstraße -Oben im Dorf am Musbacher Weg- genannt. In der Spalte Real-Lasten wurden die noch Lehensabgaben für das Haus -Gibt dem Kameralamt Dornstetten jährlich 1 1/2 Simri Rauch- und Waldhaber, 1 altes und 1 junges Huhn-.

Noch prüfen: Nach dem Unterpfandbuch hat 1806 Friedrich Hofer aus Obermusbach die Altersversorgung vom ledigen Johann Georg Koch, 62 Jahre alt, aus Untermusbach übernommen gegen Übernahme seines Vermögens. 1)
 
Laut Kaufvertrag vom 21. April 1763 verkaufen Hans Michael Blöchle, UM62b, und seine Ehefrau ihr halbes Haus an Jung Johann Adam Stoll um 35 Gulden.UMKB1729)

Laut Kaufvertrag vom 22. Oktober 1782 verkaufen Hans Adam Stoll, Schneider, UM39a, und seine Ehefrau Magdalena ihr Haus mit Güter an ihren Sohn Johannes Stoll, UM39b, und die zukünftige Ehefrau Barbara Merz und deren Bruder um 300 Gulden. Die Eltern erhalten ein Leibgeding.UMKB1729)

 Laut Kaufvertrag vom 14. Juni 1764 verkauft Alt Adam Stoll, UM101a, mit seiner Hausfrau Agatha ihr halbes Haus an ihre Tochter Thabita Stoll, UM8a um 100 Gulden. Es gibt Streitigkeiten um das Erbe die noch zu lesen sind.
Thabita Stoll heiratet Jacob Ehmann, UM8a, und deren Tochter Anna Maria Ehmann heiratet Johannes Zürn, UM95a.UMKB1729)
 
 
 
 
 
1) Archiv Baiersbronn Unterpfandbuch 1766, UMKB1729) Archiv Musbach, Kaufbriefe 1729-1790, UMKB1844) Archiv Musbach, Kaufverträge 1844-1900.  Erstellt von Hans Rehberg
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