Wappen von MusbachUntermusbach

Haus-Nr. 17

Bei der Erforschung der Hausgeschichten wird das Primärkataster und die erste Ortskarte von 1836 zu Grunde gelegt. Von dieser Basis aus wird die Geschichte des Hauses und ihrer Bewohner weiter verfolgt.
Nach dem Primärkataster von 1836 ist Johann Martin Kilgus, der Besitzer des Hauses Nr. 17. Er verkauft das Haus an die Familie Schittenhelm, in deren Besitz es bis heute ist.
Die erste bekannte Nummerierung der Untermusbacher Häuser fand 1785 für die Brandversicherung statt. Hier bei erhielt die spätere Haus-Nr. 17 die Nummer 28. Als Besitzer war Michael Frey, UM10a, mit einem Versicherungswert von 700 Gulden eingetragen. Der Wert wurde 1794 um 200 Gulden auf 900 Gulden erhöht. Hiermit war es eines der am höchsten eingeschätzten Häuser in Untermusbach.
 
Der Besitzer im Jahr 1824 war der Bauer Friedrich Frey, UM8b, der Sohn von Michael Frey. Er heiratet 1812 Maria Jacobina Schittenhelm, WW97c, aus Wittelensweiler.
Friedrich Frey scheint dann in Zahlungsschwierigkeiten gekommen sein, da er den Hof am 15.2.1837 an Johannes Schittenhelm von Frutenhof und Jacob Borrho, WW31da, von Wittlensweiler für 9650 Gulden verkauft. UMKB1831S29)  
Laut Kaufbuch Seite 78b übernimmt Johannes Schittenhelm, diesmal als Hirschwirt in Frutenhof bezeichnet, dann am 29.6.1839 den Anteil von Jacob Bohro  und verkauft das ganze Anwesen dann wieder an Friedrich Frey zurück.  UMKB1831S78b) UMKB1831S79b) Zwischenzeitlich wurden von Schittenhelm und Borrho laut Kaufbuch 1831 viele Ackerflächen verkauft.
Im Gebäude-Kataster von 1824 finden sich einige Eintragungen die die von 1835 ergänzen. In der Spalte Haus-Nr. wurde zur Lagebestimmung als Standortstraße -Oben im Dorf am Musbacher Weg- genannt. In der Spalte Real-Lasten wurden die noch Lehensabgaben für das Haus -Gibt dem Kameralamt Dornstetten jährlich 3 Simri Rauch- und Waldhaber, 1 altes und 1 junges Huhn-.
Im Brandversicherungs-Kataster von 1835 wird das Haus beschrieben als 2-stöckiges Wohnhaus mit Scheuer, Stallung, Schopf und Keller unter einem Ziegeldach. Als Brandversicherungswert ist ohne Fundament 1400 Gulden angegeben, wobei sich der Wert in den folgenden Jahren unter den nachfolgenden Besitzern bis auf 6875 Gulden steigert. Unter den Real-Lasten ist eine Holzgerechtigkeit eingetragen. Zugehörig ist noch die Nr. 17A, eine Backhütte mit Bretterdach und 17B ein Waschhaus mit Potaschesiederei, um 1858/9 erbaut.
 
Im Jahr 1840 ist dann wieder der Bauer Friedrich Frey mit der Bemerkung "von hier das ganze Haus" eingetragen.
Am 15. Juli 1841 verkauft laut Kaufbuch Seite 99 Friedrich Frey eine Haushälfte an seine Tochter Magdalena und ihren Verlobten Martin Kilgus, UM62c um 2500 Gulden.  UMKB1831S99) Zwei Kinder erhalten bei Auswanderung aus der Kaufsumme sofort 300 Gulden ausbezahlt. Im Jahr 1842 verkauft Friedrich Frey sein restliches Eigentum, die zweite Haushälfte erhält der Schwiegersohn Martin Kilgus dazu, ein halber Sägtag geht an Ochsenwirt Martin Frey und Friedrich Kübler und etliche Felder werden an verschiedene Käufer verkauft. UMKB1831S114)
Am 13. August 1844 tauschen laut Kaufbuch Seite 159b der Martin Kilgus, Nr. 17 und der Schultheiß Michael Schittenhelm, Nr. 9 ihre Häuser. Kilgus erhält als Finanzausgleich 600 Gulden. UMKB1831S159b)
Nach Michael Schittenhelm, UM41c, folgt dann 1859 Joh. Adam Schittenhelm. 
Im Brandversicherung-Kataster von 1873 und 1887 ist Johann Adam Schittenhelm, Schultheiß, UM91d, und 1895 und 1902 als neuer Besitzer Johann Friedrich Schittenhelm, Bauer, UM91d, eingetragen. 1896 wurde der Versicherungswert wegen eines Scheueranbaues erhöht. 1909 wurde wurde ein eiserner Gebäudegöggel und eine Futterschneidemaschine für Göggelantreib eingebaut.
Im Jahr 1919 wurde 1 Elektromotor 3 PS mit Anlasser, 1 Dreschmaschine, 1 Milchzentriefuge, 1 Hauswasserleitung, 1 Futterschneidemaschine, 1 Transmissionsriemen und 7 Glühlampen eingebaut.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
UMKB1831S29)  UMKB1831S78b) UMKB1831S79b)  UMKB1831S99)  UMKB1831S114)  UMKB1831S159b) Archiv Musbach, Kaufbuch 1831.
Die Informationen entstammen den Katasterbüchern und den Kaufbuch aus dem Ortsarchiv Musbach, sowie dem Primärkataster aus dem Vermessungsamt des Landkreises Freudenstadt. Erstellt von Hans Rehberg
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