Wappen von MusbachUntermusbach

Haus-Nr. 16

Bei der Erforschung der Hausgeschichten wird das Primärkataster und die erste Ortskarte von 1836 zu Grunde gelegt. Von dieser Basis aus wird die Geschichte des Hauses und ihrer Bewohner weiter verfolgt.
Nach dem Primärkataster von 1836 ist Johannes Hofer, Schmid der Besitzer des Hauses Nr. 16. Die ältere Geschichte dieses Hauses steht bereits im Lagerbuch 1785.
Im Lagerbuch wird ein Lehenshof beschrieben, der dem Jacob Keckh, vom Beruf Weber, gehört. Johannes Keckh ist jedoch nur ein vorübergehender Eigentümer, da er die Witwe von Wilhelm Schittenhelm, UM99c geheiratet hat.
Als erster Schittenhelm ist 1583 in der Musterliste Wilhelm Schittenhelm, UM28ac,  eingetragen, er besitzt laut dem Lagerbuch von 1590 ein Haus. Sein Sohn ist vermutlich Wilhelm Schittenhelm, UM99d, der "1636 bei Egenhausen tödlich getroffen wurde". Der Enkel ist Johann Wilhelm Schittenhelm, UM99c, dessen Witwe in 3. Ehe den im Lagerbuch aufgeführten Johann Jacob Keck, UM57a heiratet. Der Nachfolger von Jacob Keck ist im Lagerbuch Johann Schittenhelm, UM60a. Mit dem Tod von Johann Schittenhelm endet 1727 diese Familie in Untermusbach, die Ländereien werden in den nächsten Jahren verkauft. Das Haus wird von zwei Eigentümer gekauft. Dies sind Peter Braun, UM4b und Caspar Raiblen, UM76a. Die nächsten Eigentümer sind dann Johannes Braun, UM4a und Johann Georg Knäußler, UM87a. Johannes Braun scheint dann aus dieser Gemeinschaft auszuscheiden so das im Brandversicherungsbuch von 1785 nur noch der Schmid Johannes Knäußler unter der Nr. 29 eingetragen ist.
In diesem Buch ist dann als neuer Besitzer 1800 der Schmid Adam Hofer, UM22a aufgeführt. 
Der Besitzer im Jahr 1824 ist die Witwe vom Schmid Andreas Adam Hofer und 1825 der Schmid Johannes Hofer, UM22b und nachfolgend ab 1859 der Schmid Jak. Fried. Hofer, UM22b.
Im Gebäude-Kataster von 1824 finden sich einige ergänzende Eintragungen. In der Spalte Haus-Nr. wurde zur Lagebestimmung als Standortstraße -Oben im Dorf am Musbacher Weg- genannt. In der Spalte Real-Lasten wurden die noch Lehensabgaben für das Haus -Gibt dem Kameralamt Dornstetten jährlich 3 Simri Haber, 1 altes und 1 junges Huhn und Geld 45 Kreuzer-.
Im Gebäude-Kataster von 1835 wird das Haus beschrieben als 2-stöckiges Wohnhaus mit Schmidwerkstätte, Scheuer, Stallung, 2 Schöpfen, Keller und Waschküche nebst Potaschesiederei unter einem Ziegeldach. Als Brandversicherungswert ist ohne Fundament 1000 Gulden angegeben, wobei sich der Wert in den folgenden Jahren unter den nachfolgenden Besitzern bis auf 6450 Gulden steigert.. Unter den Real-Lasten ist eine Holzgerechtigkeit eingetragen.
Im den Gebäude-Katastern von 1873 und 1902 ist Jacob Friedrich Hofer als Besitzer eingetragen.
Das Haus steht heute nicht mehr.
 
Wilhelm Schittenhelm, UM28ac, *vor 1562 +nicht bekannt. Nach der Musterungsliste von 1583 ist er Schütze 1. Wahl und nach dem Lagerbuch von 1590 besitzt er ein Haus. Er könnte der erste Schittemhelm sein der uns bekannt ist und der Vater von untern stehenden Wilhelm Schittenhelm.
 
Wilhelm Schittenhelm, UM99d, *um 1593 *begraben am 22.5.1636. Er wurde ein Opfer des 30jährigen Krieges, "wurde bei Egehausen tödlich erschossen und ist eine halbe Stunde später gestorben".
Wilhelm heiratet Barbara, deren Nachname nicht bekannt ist. Barbara *um 1600 +20.5.1675 hat in 2. Ehe Martin Bürcklin, UM60b geheiratet. Als gemeinsames Kind mit Wilhelm ist Johannes Wilhelm Schittenhelm, *20.10.1636 bekannt, der auch den Hof erbt.
 
Johannes Wilhelm Schittenhelm, UM99c, *20.10.1636 +5.3.1675 heiratet am 11.9.1659 Maria Hartmann von Fünfbronn, *Ende November 1632 +17.1.1709. Sie haben 3 bekannte Kinder. Von der Tochter Barbara Schittenhelm, *16.4.1661 ist nichts weiter bekannt, außer das sie beim Tod der Mutter erbt, zu dieser Zeit also noch lebt. Die Tochter Anna Schittenhelm, *23.12.1662 heiratet am 12.6.1662, am Tag der Geburt des ersten Kindes, Michael Pfeifflin von Igelsberg, UM99b, *nicht bekannt +nicht bekannt,1695 jedoch bei Straßburg wohnend. Der Sohn Johann Wilhelm Schittenhelm, UM60a, *11.4.1666 +2.4.1727 in Frutenhof, hat Margaretha Rothfuß von Baiersbronn geheiratet, er erbt 1709 den Hof von der Mutter, ist jedoch am 19.12.1722 insolvent und verkauft den Hof an Peter Braun und Hans Caspar Raiblen.
Die Witwe Maria Schittenhelm heiratet am 26.10.1675 in 2. Ehe Johann Jacob Keckh von Aach, UM57a und Aach5b, *2.1.1653 +21.10.1689. Sie haben keine gemeinsamen Kinder. Im Lagerbuch von 1687 ist der Weber Jacob Keckh als Hofeigentümer geführt, sein Name wurde dann jedoch durch Johann Schittenhelm, dann Peter Braun und Hans Caspar Raiblen und dann durch Johann Georg Knäußler und Johannes Braun ersetzt.

Laut Kaufvertrag vom 10. Oktober? 1790 verkauft Anna Maria Koch, UM28a, ihrer Tochter Katharina Koch und ihrem Bräutigam Johann Adam Hofer, UM22a, ihr halbes Haus um 508 Gulden.UMKB1729)
 
 Laut Kaufvertrag vom 24. April 1860 verkauft Matheis Kaupp an Jacob Friedrich Hofer, Schmid ein zweistöckiges Wohnhaus sowie die Anteile an einer Scheune, Wasch- und Backhaus und Kellerhütte und das Feld beim Wohnhaus Güterbuch Theil I Blatt 250 um 1200 Gulden.UMKB1844)
 
 Laut Kaufvertrag vom 11. November 1865 verkauft alt Friedrich Hofer, Schmiedemeister seine Liegenschaft und einige Güter an seinen Sohn Christian Friedrich Hofer und seine BrautChristina geb. Mast um 4000 Gulden und ein Leibgeding mit der guten Stube und eine Kammer im neuerbauten Haus.UMKB1844)
 
 Laut Kaufvertrag vom 22. April 1893 verkauft Jakob Fr. Hofer, Schmid an seinen Sohn Jakob Fr. Hofer, ledig seine sämtliche Fahrnis samt Vieh, Schweine nemlich 2 Pferd die ältere zu 600 M, 2 Küh 600 M, 3 Stück Schmalvieh 300 M, 1 Schwein 60 M, 6 Stück Hühner 6 M, in Summe 1566 Mark.Außerdem die vorhandene Fahrnis zur landwirth- wie forstwirthschaftlichen Gebrauch um 1500 Mark. Zusätzlich noch das Schmiedehandwerkszeug um 1000 Mark. Der Verkäufer hat das Recht das Werkzeug weiter zu benutzen. UMKB1844)

 Laut Kaufvertrag vom 13. April 1893 verkaufen Jakob Fried. Hofer und seine Ehefrau Christine geb. Eberhardt an ihren Sohn Jakob Fr. Hofer, ledig volljährig ihre Liegenschaft Güterbuch III Band Blatt 142 mit Gebäude VII 16, ein zweistöckiges Wohnhaus oben im Dorf neben dem Weg und sich selbst um 9000 Mark und das Leibgeding. . Randbemerkung: An sämtlichen Wiesen welche sich Sägmühlwiesen beschreiben und zwischen dem Sägmühlgraben und dem Wohnhaus oder der Straße sich befinden hat der Sohn Johannes die Hälfte anzusprechen mit Inbegriff der Schleifmühlegebäude auf dem willkürlich gebauten Akerteil von der Markungsgrenze Obermusbach bis zu dem Markstein in der Nähe des großen Birnbaum nach der geraden Richtung bis an die Straße, auch hat der Sohn Johs. welcher die untere Wiese nebst Schleifmühle erhält das Recht über die obere Wiese ein- und auszufahren, auch wird der obern halten Brunnen zu jeder Zeit gemeinschaftlich benutzt. UMKB1844) 
 
 
 
 
 
 
Die Informationen entstammen den Katasterbüchern und den Kaufbuch aus dem Ortsarchiv Musbach, sowie dem Primärkataster aus dem Vermessungsamt des Landkreises Freudenstadt, UMKB1729) Archiv Musbach, Kaufbriefe 1729-1790, UMKB1844) Archiv Musbach, Kaufverträge 1844-1900.  Erstellt von Hans Rehberg
© HRehberg 2011 |Impressum|