Untermusbach - ein Waldgeding-Ort
Wappen von MusbachUntermusbach

Die Flurnamen von Unter- und Obermusbach

Flurnamen, ihre Nennung und Bedeutung.

 
Die Auflistung enthält zur Übersichtlichkleit als Abkürzung den Ortteilnamen für die Lage des Flurstückes. Ist der Name den Lagerbüchern entnommen, so ist die Jahreszahl des Lagerbuches angegeben. Zu beachten ist, dass das Lagerbuch von 1427 bzw. zu diesem Lagerbuch gehörige Teile um etwa 1600 handschritlich kopiert wurden und nur diese Kopie im Staatsarchiv vorliegt. Es ist nicht auszuschließen, dass Teile dieser Kopie beim Abschreiben an die neue Zeit, also um 1600, angepasst wurden. Dies betrifft jedoch vor allen Dingen die Namen der Lehensbauern, ob es auch für die Flurnamen zutrifft ist nicht bekannt.
Abkürzungsverzeichnis: UM-Lage Untermusbach, OM-Lage Obermusbach, 1687-im Lagerbuch Untermusbach von 1687, 1425-im Jahr 1425 geschrieben und vermutlich zugehörig zum Lagerbuch Obermusbach bzw. Urbar vom Kloster Reichenbach von 1427, 1667-im Lagerbuch Obermusbach von 1667.
 
1. UM Blöcherweg,
früher Plöcherweg, Flurname im Kartenwerk Blockerweg – im Untermusbacher Lagerbuch von 1687 wird eine Zelge Plöcherweg im entsprechenden Gebiet genannt. Plöcher sind Holzstämme die zum Sägen von Brettern vorgesehen sind. Es ist schon vorstellbar, dass der betreffende Weg mit seinem starken Gefälle zum Stockerbach in früherer Zeit zum Schleifen der Plöcher (Baumstämme) angelegt worden ist. Die Frage stellt sich, wo ist das Holz hergekommen? Nach den Gerichtunterlagen von 1557 ist zum Beispiel im Schnepfenloch Waldbestand gewesen, der auch von den Untermusbachern bzw. Waldgedingern geschlagen werden durfte. Hieran sieht man, dass auch in diesen Bereichen nutzbare Holzflächen waren. Der Begriff Zelge bedeutet eine Ackerfläche im Bereich der Dreifelderwirtschaft, die von allen Eigentümern im Dreijahresplan (Winterfrucht-Sommerfrucht-Brache) gleich bewirtschaftet werden mussten. In einer Randnotiz des Lagerbuches Seite 39b findet sich bei der Beschreibung der Äcker von Jacob Keckh ein Hinweise, dass Jacob Blöchlen 1796 ein Grundstück erworben hat. In dieser Notiz hat der Schreiber vermutlich in der Ableitung des Käufernamen statt Plöcherweg Blöcherweg geschrieben. Bei der Beschreibung der Äcker des Jacob Keckh wird bei der Fläche „Zelg im Grundt“ Seite 40b ein Balthas Plöchlen genannt. Dies kann nun wieder die Schlussfolgerung zulassen, dass der Plöcherweg durch den Acker der Plöchlen verlief und dem Schreiber 1796 nicht nur bei der Schreibung des Namens Blöcherweg sondern auch bei Eigentümername Blöchlen ein Hörschreibfehler unterlief. Anderseits findet sich in der Flurbeschreibung von 1687 eine Stelle, an der Seeg Plöcher Weeg geschrieben steht, dass deutet wieder auf Baumstämme für die Sägmühle hin.
 
2. UM Schafloch (Schaaffloch),
im Untermusbacher Lagerbuch von 1687 steht das der Garten vom Heinrich Kohler an das Schafloch grenzt. Zitat: „Ein Tagwerk beim Haus, zwischen ihm selbst und dem Haus gelegen. Vorne an das Gäßlen und hinten an das Schaaffloch stoßend“. Der Hof vom Kohler ging über in den Schmid-Hof und das ist heute der Pfeifle-Hof. Der Garten lag also vermutlich im Bereich vom heutigen Kindergarten. Im Obermusbacher Lagerbuch von 1667 steht in der Grenzbeschreibung „Die Weitraichen des Fleckhens Obermusbach fanget an, im Dirrenbach, bey dem großen Herrschafft Stein's mit Nro: Sechzig Sechse bezeichnet, gehet hinüber und dem gesig nach am Fahrweg zuer linckhen Seiten hinab in des Gründtlin am Schaffloch bei der gemeinen Straße, da stehet wieder ein Herschafft Stein Nro: Sechzig Sibene „. Hiernach liegt das Schafloch im Bereich der Einmündung das Dürrbaches in den Stockerbach. Eine Erklärung für den Namen ist nicht bekannt, vielleicht war dort ein Teich zum Waschen der Untermusbacher Schafe?
 
3. OM Finster Gasse,
die Finster Gasse wird in der Wegbeschreibung des Obermusbacher Lagerbuches von 1425 bereits beschrieben, “ Es gibt auch eine Gasse, die heißt "Fünster Gasse" . Sie geht auch beim Spitzackerbaum hinauf bis zu der Straße, die aus dem Wald von Pfalzgrafenweiler kommt. Wenn auf dieser Gasse viel Dreck ist, soll man Streu auf die Gasse bringen. Sind die Felder bestellt oder steht Frucht auf ihnen, so darf man auf dieser Gasse nur mit angebunden Vieh gehen“. Eine Erklärung für den Namen ist nicht bekannt.
 
4. OM Eichholz,
das Flurstück ist im Obermusbacher Lagerbuch von 1667 beschrieben. Zitat „Seite 423b, An der Gassen bei dem Stauwehr und gehen an den Äckeren hinein bis an das Aichholtz, unter dem Aichholtz hinauf bis an Georg Morats gebannten Nahacker „. Es ist davon auszugehen, dass hier ein Eichenwald stand. Eigentümlicher Weise gibt es jedoch im Obermusbacher Lagerbuch von 1667 die Feststellung, dass es in Obermusbach keinen Eichenwald gibt und deshalb keine Eichelsteuer fällig wird. Zitat „Wegen Ermanglung der Aichwäldt gibt es dis Orths nie kein Äckherich“. Vermutlich gab einen Eichenwald in Obermusbach, der jedoch bereits zur Zeit der Erneuerung des Lagerbuches von 1687 abgeholzt war. Wir wissen auch aus den erhaltenen Dokumenten von Heinrich Schickhardt, dem Erbauer Freudenstadts, dass um die Zeit von 1600 die großen Laubbäume sehr gefragt waren. Schickhardt wollte deshalb den Stockerbach und den Kübelbach wegen der großen Buchen im Weilerwald flößbar machen!
 
5. OM Brunnentrögerweg,
muss eine neue Bezeichnung sein. Es ist jedoch davon auszugehen, dass der Name nicht von denen im Weg verlegten Teuchel für die Wasserversorgung von Unter- und Obermusbach herkommt. Diese Wasserleitung wurde erst 1907 verlegt, es findet sich aber bereit in den Gemeinderatsprotokollen am 17. Dezember 1878 ein Eintrag, dass der Brunnentrögerweg repariert werden muss.
 
6. UM Schnepfenloch,
Schnepfen sind Watvögel die in Feuchtgebieten leben. Dies sagt viel über die Qualität des Flurstücks aus. Schnepfen waren aber auch in früherer Zeit eine besondere Delikatesse, hierbei besonders der Schnepfendreck der aus den Innereien gemacht wurde. Die Bezeichnung „loch“ könnte für die Senke stehen, in dem sich daqs Flurstück befindet. Auch möglich ist für „Loch“ auch die Interpretation „Lach“ aus dem Altdeutschen als Bezeichnung für ein kleines Waldstück – also Schnepfenwald- da dieses Gebiet bis ins siebzehnte Jahrhundert als Allmandfläche bewaldet war. Um das Schnepfenloch gab es lange Zeit Streit zwischen den Waldgedingern und den Obermusbachern. Im Jahr 1557 wurde durch den Herzog von Württemberg und den Grafen von Eberbach entschieden, dass das Gebiet des Schnepfenloch den Obermusbachern gehört, aber auf Grund alter Rechte auch von den Untermusbacher und den Waldgedingern genutzt werden darf. 1667 im Zusammenhand mit Dürrenbühl und St. Martin Bühl auch als Hölzlein also Wald berzeichnet. 1667 S. 412b wird das Schnepfenloch auch Calmanns Bühl genannt.
 
7. OM Reutackerweg,
Reute ist ein anderer Begriff für Rodung. Die Fläche wurde also zusätzlich zum Mühlhaldenacker durch Rodung gewonnen. Im Lagerbuch von 1667 finden wird die Lage des Reutackers beschrieben: „Seite 421 Weg der von dem Dorf auf den Plöcherwasen gehet, da sollen die Stein mitten im Weg stehen und gehet denselben Weg herüber bis zu Christ Weißers vordern Reütacker, dann über den selben Acker rüber und hinten bis zu Christ Winters Mihlhalden. Von demselben Acker hin bis zu Christ Weißers hinteren Reitackher, dieser Acker ist vom Bann zerteilt, zwischen solchem Reitackherplatz so Mehwaldt is, und Weißers Allmeindtacker. An dem geht er über bis an die Beewiß“.
 
8. OM Junge Hecke,
die Herkunft des Namen ist nicht bekannt. Im Lagerbuch von 1667 findet sich in der Ackerbeschreibung ein Hinweis auf den Flurnamen. Er lautet:“ und Michel Ziflens Halden herein bis an Christ Weißers Jungen Acker, von dannen zwischen Georg Masten, und Christ Weißern, rauf bis an Georg Masten Windacker, von da die junge Hecken dem Weg nach rauf bis auf den Gößlin Acker, oben an Christ Weißers Gäßlins Acker hinauf bis auf die Maurenäcker, an den Maurenäcker geht wieder herab bis zur Sägmühle.“
 
9. OM Jungen Acker oder Äckerlin,
siehe oben. Eventuell identisch mit Junge Hecke.
 
10. OM Maurenweg,
der Maurenweg geht zu dem Maurenacker. Die Lage finden wir im Lagerbuch von 1667 bei der Beschreibung der Jungen Hecke, siehe oben. Die Herkunft des Namens ist nicht bekannt, vermutlich kommt er aber von den erforderlichen Mauern die zur Abstützung des abfallenden Geländes notwendig waren. Möglich ist auch, dass sich in alter Zeit auf dem Flurstück alte Mauerreste aus der Kelten- oder Römerzeit befanden. Bei rund einem Drittel der bekannten Römerstätten haben die Altertumsforscher bezeichnende Flurnamen als Wegweiser feststellen können.1)
 
11. UM Saugasse,
der Name erklärt sich selbst. Hier wurden die Schweine vom Dorf zur Weide (Sauwasen) getrieben. Im Lagerbuch von 1687 grenzt ein zweiter Garten von Michael Kohler (siehe Schafloch) an die Saugasse. Der Text lautet: „Fünf Viertel (1 ¼ Morgen) oben an der Saugassen, zwischen der Straße und genannter Gasse, stoßt aber beidseits an Michael Kohlers Grundstück“.
 
12. UM Stadtergass,
Herkunft des Namen unbekannt. Auch bisher keinen Hinweis in alten Dokumenten von 1687 gefunden, der Flurname muss jünger sein. Vermutlich ist hiermit der Hauptweg zur "Stadt" Dornstetten bezeichnet.
 
13. OM Göhrnweg,
der Göhrnweg ist im Lagerbuch von 1667 wie folgt beschrieben: „Seite 433b - Item fahrt an Ein Weeg bey der Mihlen, und gehet über dem Gehrn hinaus, dennselben solle man halten, daß er mit gehen und reiten gebraucht werden können.“ Die Bedeutung das Namen Gehrn oder Göhrn ist nicht geklärt. Vielleicht ist dies eine Erklärung: “Das althochdeutsche Ger bedeutet Speer und verweist auf die keilförmige, einer Speerspitze gleichenden Form des Geländestückes.“
 
14. OM Gallusweg,
im Volksmund „Gallenwegle“ führt als Grenzweg vom Eichhörnleweg am Joggingpfad bergaufwärts Richtung Bundesstraße zum ehemaligen Wohnplatz vom Gallus Schupp. Gallus war vermutlich ein badischer Deserteur, der im Wald eine armselige Hütte hatte, wo er jahrelang gehaust hat. Die Hütte stand nach einer fortgeführten alten Forstkarte von 1777 unterhalb vom Grenzstein 4 bzw. 207 und brannte 1847 ab. Gallus wurde von den Musbachern geduldet, vermutlich auch deshalb weil er seine Hütte genau auf der Grenze zwischen Unter- und Obermusbach gebaut hatte und deshalb bei Beschwerden leicht die Gemarkung wechseln konnte. Er wurde 1849 mit 85 Jahren in Untermusbach beerdigt. Im Lagerbuch von 1427 wird der Weg an der Ortsgrenze entlang im unteren Teil als „Alter Mönchweg“ und im oberen Teil vor der Bundesstrasse als „Mönchweg“ benannt.
 
15. OM Krabbenacker, Flurstücke wurden häufig nach Vögel benannt. Hier also der Rabe, schwäbisch auch Rapp oder Krapp. 1)
 
16. OM Brühl auch Pruel,
Kopial-Buch 1425 „der Contzlin zahlt 3 ½ Pfund im Jahr für den Brüehl von Musbach“. Der Brühl ist eine gute Wiese die bewässert werden kann und deshalb eine zusätzlich Lehenszahlung erfordert. Die „Brühl“-Wiese liegt in Obermusbach im Bereich des Geländes vom Sägewerk Bohnet und konnte durch den angestauten Bach der Sägmühle bewässert werden. Dies führte dann auch zum Streit mit den Nutzern der Säge, denen für den Sägevorgang beim Wiese wässern das Wasser entzogen wurde.
 
17. OM Mühlhalden,
die Mühlhalden liegt oberhalb der Sägmühle und wurde bereits im Lagerbuch von 1427 als Grenzgrundstück zu Untermusbach beschrieben. Als Ursprung für den Flurnamen ist die Sägmühle unterhalb des Berghanges zu sehen.
 
18. OM Reute,
die Reute wurde im Lagerbuch von 1427 bereits in der Grenzbeschreibung erwähnt.
 
19. OM Weiler Weg,
durch dieses Flurstück führte der Weg von Igelsberg nach Pfalzgrafenweiler. Bereits im Lagerbuch 427 genannt.
 
20. OM Lach,
Lach vermutlich vom Altdeutschen „Wald“. Ein Waldstück zwischen Igelsberg und Obermusbach. Im Lagerbuchb1427 erwähnt. In einer anderen Dokumentation von 1425 auch Lauchen genannt.
 
21. OM Eschenried,
möglicherweise kommt der Name von einen Waldstück auf dem Eschen wuchsen oder von „Asche“ und war damit ein Waldstück in dem Holzkohle erzeugt wurde. Bereits im Lagerbuch 1427 genannt.
 
22. OM Schaidgrund,
als Schaidgrund wird eine Erweiterung eines Tales genannt, wobei die Erweiterung durch den Zufluß eines neuen Baches und dessen Ausspülungen entstanden ist. Der hier gemeinte Schaidgrund, im Lagerbuch 1427 genannt, ist die Erweiterung des Reichenbaches und heute nicht mehr auf Obermusbacher Markung.
 
23. OM Egarden,
nicht bebaute Fläche zur Waldweide, die als Allmend von allen genutzt wird.
 
24. OM Mandelbrunnen,
Quellgebiet das heute Angelsbrunnen genannt wird. Bereits im Lagerbuch 1427 genannt.
 
25. OM Eselssteig,
Im Lagerbuch 1427 genanntes Waldstück.
 
26. OM Pfaffenbrunnen,
Quellgebiet zur Grenze nach Hallwangen. Im Lagerbuch 1427 genannt.
 
27. OM Kienberg,
höchste Erhebung von Musbach neben der Bengelbruck gelegen und im Lagerbuch 1427 genannt. Vermutlich auf Kienspan zurückzuführen. Der Kienspan wird aus Forchenholz gefertigt. Forchen (Kiefern) wachsen heute noch auf dem Kienberg.
 
28. OM Dornenbühl,
im Kopialbuch von 1425, eventuell auch Dürrenbühl. Vermutlich der heutige Luise-Meyer-Platz oberhalb vom Dürrenmahd.
 
29. OM Dürrenmahd,
Flurstück im Bereich Segelflugplatz. Bereits im Kopialbuch 1425 genannt. Name spricht für sich.
 
30. OM Roth,
Im Kopialbuch 1425 genannt. Im lagerbuch 1667 auch Rodtgueth. Gerodete Waldfläche.
 
31. OM Krummer Acker,
Im Kopialbuch 1425 genannt. Heute noch vorhanden und der Name spricht für sich.
 
32. OM Diemen Mahd,
Im Kopialbuch 1425 genannt. Name nicht geklärt.
 
33. OM Eusterbach,
Heute Oesterbach. Im Kopialbuch 1425 genannt. Im Lagerbuch 1667 Aisterbach. Siehe auch unten Eupachacker.
 
34. OM Spitzackerbaum,
Im Kopialbuch 1425 genannt. Liegt beim Beckenbauerhof.
 
35. OM Hohen Rein,
ImKopialbuch 1425 genannt. Liegt im Bereich der heutigen Jungen Hecke.
 
36. OM Eupachacker,
Im Kopialbuch 1425 genannt. Eventuell nach dem Baumbestand der Eibe benannt -Eibenbachacker-.
 
37. OM Krähenhardt,
Im Kopialbuch 1425 Kregenhardt, Wasserscheide zwischen Klosterreichenbach und Obermusbach. Auch im Lagerbuch 1667 genannt. Hardt ist eine Waldweide. Weshalb Krähen ist nicht bekannt. Waldgelände unterhalb der Deponie Bengelbruck. Quellgebiet für die alte Musbacher Wasserversorgung.
 
38. OM Frechen Mahd,
Im Lagerbuch 1667 genannt, heute nicht mehr bekannt.
 
39. OM Tannenbühl,
Im Lagerbuch 1667 vermutlich Sankt Martins Bühl.
 
40. OM Obermühlhalde,
Nur im Lagerbuch 1667 bekannt. Vermutlich oberhalb von der Mühlhalden.
 
41. OM Danneck,
Im Lagerbuch 1667 gibt es auch ein Vorder-Danneckh und Hinter-Danneckh.
 
42. OM Haßloch,
Im Lagerbuch 1667 genannt.
 
43. OM Gertsenacker,
Im Lagerbuch 1667 genannt.
 
44. OM Hiltewies,
Im Lagerbuch 1667 genannt.
 
45. OM Baumacker,
Im Lagerbuch 1667 Bohmacker genannt.
 
46. OM Auchtacker,
Im Lagerbuch 1667 genannt. Auchtacker ist eine Weidefläche, die als Nachtweide den Tieren vorbehalten ist, die tagsüber Arbeiten müssen.
 
47. OM Lachenmadt,
Im Lagerbuch 1667 genannt. Der Lachen war ein Baum an einer Grenze, der mit besonderen Zeichen versehen war und die Grenze markierte. Das Flurstück lag offensichtlich an der Gemeindegrenze.
 
48. OM Halden,
Grenzt nach dem Lagerbuch von 1667 an den Aisterbach.
 
49. OM Hohe Madt,
Im Lagerbuch 1667 S. 410b. Waldstück.
 
50. OM Plöcher Gäßlin,
Im Lagerbuch 1667 ein Weg von der OM Sägmühle auf den Plöcherwasen. Plöcher sind Holzstämme zum Sägen. Dies ist also der Weg um die Stämme zur Säge zu ziehen.
 
51. OM Plöcherwasen,
Lagerplatz der Holzstämme vor dem Transport zur Sägmühle. Heute beim Minigolfplatz.
 
52. OM Behwis,
Heute Bähwiese, Flurstück am Brunnentrögerweg. Bereits im Lagerbuch 1667 genannt.
 
53. OM Reitacker oder Reüthacker,
Im Lagerbuuch 1667 genannt. Heute Reutacker. Reutäcker sind durch spätere Rodung entstanden und erst in neuerer Zeit angebaut. 1)
 
54. OM Mörgelacker bzw. Mergelacker,
Im Lagerbuch 1667 genannt. . Abbauplatz von Mergel zur Felddüngung. Mergel wurde in früherer Zeit auch nach Igelsberg zur Düngung verkauft.
 
55. OM Windacker,
Im lagerbuch 1667 genannt. Im Bereich der Jungen Hecke.
 
56. OM Nahacker,
Im Lagerbuch 1667 genannt.
 
57. OM Aichtacker,
Im lagerbuch 1667 genannt.
 
58. OM Aispach,
Im Lagerbuch 1667 auch Theilin genannt und das Flurstück Mauren sollen Kälberweide sein und sind für die anderen gesperrt. Der Name kommt vermutlich von Espan her. Espan bezeichnete eine Weide auf der man weidenden Tieren die Vorderfüße einspannte, damit benachbartes Anbauland geschont wurde. Hierbei steht e, schwäbisch auch ai, für die Rechtsordnung und span für einspannen. 1)
 
59. OM Ranck,
Im Lagerbuch 1667 S. 431/432 genannt.
 
60. OM Luckhen,
Im Lagerbuch 1667 S. 434 genannt.
 
61. OM Neukauf,
Im Lagerbuch 1667 S. 462.
 
62. OM Untere Wiese,
Im Lagerbuch 1667 S. 463. Untere Talwiese.
 
63. OM Mittel Wiese,
Im Lagerbuch 1667 S. 463. Mittlere Talwiese.
 
64. OM Igelsberger Madt,
Im Lagerbuch 1667 S. 464. Liegt im Wald auf Obermusbacher Markung.
 
65. OM Verbrannte Wald,
Im Lagerbuch 1667 S. 464b. Zwischen Igelsberg und Obermusbach im Wald gelegen, auf Igelsberger Markung.
 
66. OM auf dem Lumen?,
Im Lagerbuch 1667 S. 479b.
 
67. OM Reeßmad,
Im Lagerbuch 1667 S. 482b.
 
68. OM Rodt,
Im Lagerbuch 1667 S. 493.
 
69. OM Wasenacker,
Im Lagerbuch 1667 S. 497b.
 
70. OM Bueschopf,
Im Lagerbuch 1667 S. 500. Gehört Bohnets, entspricht dem Buchschopf im Brandkatasterbuch.
 
71. OM Mädlin,
Im Lagerbuch 1667 S. 503b.
 
72. OM Karchlet,
Im Lagerbuch 1667 S. 525b.
 
73. OM Madt,
Im Lagerbuch 1667 genannt. Die Ma(h)d bezeichnet einen Grasboden, auf dem nur einmal gemäht wird, der sonst als Weide benützt wird und vom Ort entfernt liegt. 1)
 
74. OM Ruebgarten,
Im Lagerbuch 1667 genannt. Die Rübäcker waren einst außerhalb der Dreifelderwirtschaft auf bestimmte Fluren beschränkt und gegen die Weide eingezäunt. Rübgärten bzw. Rübäcker wurden mit der Hacke und nicht mit dem Pflug bearbeitet. 1)
 
75. UM Saugasse,
Im Lagerbuch 1687 genannt
 
76. UM Obere Dorfäcker,
Im Lagerbuch 1687 genannt.
 
77. UM Hörweg,
Im Lagerbuch 1687 genannt. Vermutlich Herdweg, d.h. Weg zum Treiben der Viehherden auf die Weide. 
 
78. UM Hohe Acker,
Im Lagerbuch 1687 genannt.
 
79. UM Wannen Acker,
Im Lagerbuch 1687 genannt.
 
80. UM Grüntaler Acker,
Im Lagerbuch 1687 genannt.
  
81. UM Zelg Wannen . Die Zelg war eine Flurfläche, die der Dreifelderwirtschaft unterlag. Im Dreijahresrhythmus wurden hier die Felder zwei Jahre mit Frucht angebaut und blieben dann ein Jahr brach liegen. Die Fruchtart war jedes Jahr für alle Feldinhaber bindend. 
 
82. UM Kürch Weg, in den Wannen
 
83. UM Seeg Plöcher Weg,
 
84. UM Grundt Acker
 
85. UM Usterwis,
Im Lagerbuch 1687 S.19b genannt.
 
86. UM Ohnbach,
Im Lagerbuch 1687 F.22 genannt.
 
87.  UM Onbach, 1502 erwähnt. Zahlungpflicht zum Kloster Engeltal.
 
88. OM Hilpertshöfle, genannt in den Gerichtsunterlagen zum Prozeß ums Schnepfenloch von 1836. Soll eine untergegangene Siedlungsstätte gewesen sein, es ist jedoch hierüber kein Nachweis findbar.

89. UM Bühlbronnen, genannt im Kaufvertrag vom 3.8..1897, Verkäufer Martin Mast, Käufer Christian Wössner.

90. UM Kommisbühl auch genannt Wässerle, genannt im Kaufvertrag vom 2.1.1858.

91. UM Maiacker, stößt an Gemeindewald, genannt im Kaufvertrag 1864, Kübler an Müller.

92. UM Steinwiesenplatz, neben dem Bach, genannt im Kaufvertrag am 27.3.1867.






 
Die Flurnamen sind den heute erhältlichen topografischen Karten und den im Archiv von Musbach befindlichen Lagerbüchern von Unter- und Obermusbach, sowie dem Lagerbuch von 1427, Hauptstaatsarchiv Stuttgart H102-63 Bänder 1, 4 und 10,  entnommen,  1)Entnommen aus „Orts- und Flurnamen in Württemberg“ von Walther Keinath.  Erstellt von Hans Rehberg
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