Untermusbach - ein Waldgeding-Ort
Wappen von MusbachUntermusbach

Ein Musbacher ist am Bauernkrieg 1525 beteiligt

Als Deutscher Bauernkrieg wird die Ausweitung lokaler Bauernaufstände ab 1524 in weiten Teilen des süddeutschen Sprachraumes verstanden.
In zahlreichen regionalen Schlachten wurden die aufständischen Bauern 1525 jedoch geschlagen.
Georg Truchsess von Waldburg-Zeil traf am 4. Juni bei Würzburg auf den Hellen Lichten Haufen der fränkischen Bauern, und da dieser am Vortag von Götz von Berlichingen unter einem Vorwand verlassen wurde, hatten die führerlosen Bauern keine Chance. In zwei Stunden wurden 8.000 Bauern getötet.
Nach diesem Sieg wendeten sich die Truppe des Bauernjörg wieder nach Süden und besiegten im Allgäu Ende Juli die letzten Aufständischen. Bis September 1525 waren alle Gefechte und Strafaktionen abgeschlossen.

Burg HohendiessenIn unserem Raum wurden durch die Bauern viele Schlösser und Burgen eingenommen und auch zerstört. So die Burg Mandelberg bei Pfalzgrafenweiler. Die Burg Hohendießen wurde beschädigt und nach dem Ende des Krieges wieder erneuert.






Das Foto zeigt die Burgruine Hohendiessen oberhalb Diessen im Diessener Tal bei Schopfloch.

Über die Bauern wurde nach dem Ende der Schlachten Gericht gehalten.
So auch über Henslin Durrer von Musbach, dessen Verurteilung im Staatsarchiv Sigmaringen in einer Urkunde wie folgt nachlesbar ist..

Henslin Durer von Mosbach, daselbst gesessen, hat
im bäuerischen Aufruhr das Schloß Dießen der Junker Hug Wernher von Ehingen, Vogts zu Balingen, und Hans von Ehingen, Brüder, gewaltsam und widerrechtlich abdringen helfen, das eine Zeitlang mit anderen innegehabt und dazu geholfen, daß ihnen an Früchten, Wein, Hausrat und anderem großer Schaden zugefügt worden ist.
Er wird auf Fürbitten begnadigt und muß für solche freventliche und mutwillige Handlung 15 Gulden Landeswährung zahlen: jeweils 7 1/2 Gulden an Michaelis 1525 und 1526.
Der Aussteller verspricht die Zahlung nach Dießen bei Verpfändung seines Hab und Gutes.

Beschlossen am 11. September 1525 (Montag nach Mariä Geburt). Gesiegelt von Peter Finnitz, Altbürgermeister von Horb.


Etwas zur Geschichte der Burg Dießen, auch Burg Hohendießen genannt.

Die Burgruine zu Dießen ist ab Mitte des 13. Jahrhunderts der einstige Sitz des Dießener Ortsadels. 1334 wurden Ulrich und Wolf der Dießer als Besitzer der Burg genannt, dessen örtliches Adelsgeschlecht schon 1100 in einer Reichenbacher Schenkungsurkunde genannt wurde und sich Ende des 13. Jahrhunderts „Dießer“ nannte. Später waren Adlige aus der Umgebung die Burgherren: So die Hülwer, (oder Steinhilber, sie stammten von Steinhilben in Hohenzollern) die Herren von Ow und die Herren von Ehingen, sie bauten die Burg aus.

Nach mehreren Besitzerwechseln wurde die Burg im Zuge des Deutschen Bauernkrieges 1525 beschädigt und kam 1552 an die Herren von Wernau und die Schenken von Stauffenberg. Sie verkauften Dießen mit Dettlingen 1708 an das Kloster Muri. Mit der ganzen Herrschaft Glatt ging Dießen 1803 an den Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen über, was die Untertanen nicht ungern sahen, da mit der Säkularisation ein Teil der Frondienste aufgehoben wurden. 1812 wurde die als baufällig erklärte Burg Hohendießen von Seiten der fürstlichen Verwaltung um 600 Gulden angekauft und 1813 zum Abbruch verkauft. Die zur Burg, oder wie von den Dießenern gern Schloss genannt, gehörenden weiteren Gebäude kamen 1889 durch Kauf in den Besitz der Familie Ow, Wachendorf. Diese überliess die Ruine 1968/69 der Gemeinde Dießen. Von der Gemeinde, dem Landkreis Hechingen und der Staatlichen Denkmalpflege wurde die Burgruine dann in den 1970er Jahren baulich gesichert und zugleich für die Aufführungen des Dießener Volkstheaters eingerichtet.
 
Grtenzsteingarten in der Burgruine Diessen
Der Burgstall ist frei zugänglich und besteigbar. Er bietet eine schöne Aussicht auf Diessen und das Diessener Tal.

Innerhalb der Burgruine wurde ein kleiner Grenzsteingarten mit alten Grenzsteinen aus der Region aufgebaut. Auf den Grenzsteinen findet man schön erläutert die Wappen der alten Grafschaften und Kloster.




Ein Bericht von Hans Rehberg. Aus Staatsarchiv Sigmaringen HU 163 T 1 Nr. 66, Permalink und aus http://horb-diessen.de/html/burg_hohendiessen.html und Wikipedia
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